Bava Metzia 48

Kapitel 48

א ואיבעית אימא לעולם רבנן מי קתני הן שלו אינו חייב להכריז קתני ויניח וייתי ישראל ויהיב ביה סימנא ושקיל
1 Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist hier die Ansicht der Rabbanan vertreten, er lehrt jaaber nicht, es gehöre ihm, er lehrt nur, daß er es nicht auszurufenbrauche; er lasse es liegen, und wenn ein Jisraélit kommt und ein Kennzeichen angibt, so erhält er es. –
ב ת"ש דאמר רב אסי מצא חבית יין בעיר שרובה כנענים מותרת משום מציאה ואסורה בהנאה בא ישראל ונתן בה סימן מותרת בשתיה למוצאה
2 Komm und höre: R. Asi sagte: Wenn jemand ein Faß Wein findet in einer Stadt, die in der Mehrzahl aus Nichtjuden besteht, so ist es als Fund erlaubtund zur Nutznießung verboten; wenn ein Jisraélit kommt und ein Kennzeichen angibt, so ist es für den Finder zum Trinkenerlaubt.
ג כמאן כר"ש בן אלעזר שמע מינה כי קאמר ר"ש בן אלעזר ברוב כנענים אבל ברוב ישראל לא לעולם אימא לך ר"ש בן אלעזר אפי' ברוב ישראל נמי קאמר ורב אסי סבר לה כוותיה בחדא ופליג עליה בחדא
3 Doch wohl nach R. Šimo͑nb. Elea͑zar, somit ist hieraus zu entnehmen, daß R. Šimo͑n b. Elea͑zar es nur von dem Falle sagt, wenn die Mehrheit aus Nichtjuden besteht, nicht aber, wenn die Mehrheit aus Jisraéliten besteht. – Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, sagt dies R. Šimo͑n b. Elea͑zar auch von dem Falle, wenn die Mehrheit aus Jisraéliten besteht, nur ist R. Asi seiner Ansicht in dem einen Falle und streitet gegen ihn beim anderen Falle. –
ד וכי מאחר דאסירא בהנאה מותרת משום מציאה למאי הלכתא אמר רב אשי לקנקנה:
4 Zu welchem Zwecke ist es als Fund erlaubt, wenn die Nutznießung verboten ist!? R. Aši erwiderte: Wegen des Gefäßes.
ה ההוא גברא דאשכח ארבעה זוזי דציירי בסדינא ושדו בנהר בירן אתא לקמיה דרב יהודה א"ל זיל אכריז והא זוטו של ים הוא שאני נהר בירן כיון דמתקיל לא מיאש והא רובא כנענים נינהו ש"מ אין הלכה כר"ש בן אלעזר אפי' ברוב כנענים שאני נהר בירן דישראל סכרו ליה וישראל כרו ליה כיון דישראל סכרו ליה אימור מישראל נפל וכיון דישראל כרו ליה לא מיאש
5 Einst fand jemand im Flusse Biran vier Zuz, die in einem Tuche eingebunden waren. Als er darauf vor R. Jehuda kam, sprach dieser zu ihm: Geh, rufe sie aus. – Dies ist ja gleichsam aus der Flut des Meeres!? – Anders verhält es sich beim Flusse Biran, da in diesem sich Hindernissebefinden, so gab sie [der Eigentümer] nicht auf. – Die Mehrheitbesteht ja aber aus Nichtjuden, somit ist hieraus zu entnehmen, daß die Halakha nicht wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist, auch wenn die Mehrheit aus Nichtjuden besteht? – Anders verhält es sich beim Flusse Biran, den Jisraéliten absperren und Jisraéliten ausbaggern; da Jisraéliten ihn absperren, so hatte sie wahrscheinlich ein Jisraélit verloren, und da Jisraéliten ihn ausbaggern, so sagte er sich davon nicht los.
ו רב יהודה הוה שקיל ואזיל בתריה דמר שמואל בשוקא דבי דיסא א"ל מצא כאן ארנקי מהו אמר ליה הרי אלו שלו בא ישראל ונתן בה סימן מהו א"ל חייב להחזיר תרתי אמר ליה לפנים משורת הדין כי הא דאבוה דשמואל אשכח הנך חמרי במדברא ואהדרינהו למרייהו לבתר תריסר ירחי שתא לפנים משורת הדין
6 R. Jehuda begleitete einst Mar Šemuél in der Gräupnerstraße; da fragte er ihn: Wie ist es, wenn jemand hier einen Geldbeutel findet? Dieser erwiderte: So gehört er ihm. – Wie ist es, wenn ein Jisraélit kommt und ein Kennzeichen angibt? Dieser erwiderte: So muß er ihn zurückgeben. – Beides!? Dieser erwiderte: Innerhalb der Rechtslinie. So fand einst der Vater Šemuéls Esel in der Wüste und gab sie nach einem Jahre von zwölf Monaten ihrem Eigentümer zurück; also innerhalb der Rechtslinie.
ז רבא הוה שקיל ואזיל בתריה דר"נ בשוקא דגלדאי ואמרי לה בשוקא דרבנן א"ל מצא כאן ארנקי מהו א"ל הרי אלו שלו בא ישראל ונתן בה סימן מהו אמר ליה הרי אלו שלו והלא עומד וצווח נעשה כצווח על ביתו שנפל ועל ספינתו שטבעה בים
7 Raba begleitete einst R. Naḥman in der Riemerstraße, manche sagen, in der Gelehrtenstraße; da fragte er ihn: Wie ist es, wenn jemand hier einen Geldbeutel findet? Dieser erwiderte: So gehört er ihm. – Wie ist es, wenn ein Jisraélit kommt und ein Kennzeichen angibt? Dieser erwiderte: Er gehört trotzdem ihm. – Jener steht ja und schreit!? – Es ist ebenso als wenn jemand schreien würde um sein Haus, das eingestürzt ist, oder um sein Schiff, das im Meere untergegangen ist.
ח ההוא דיו דשקיל בשרא בשוקא ושדיה בצנייתא דבי בר מריון אתא לקמיה דאביי א"ל זיל שקול לנפשך והא רובא דישראל נינהו שמעת מינה הלכה כרבי שמעון בן אלעזר אפי' ברוב ישראל שאני דיו דכזוטו של ים דמי והא אמר רב בשר שנתעלם מן העין אסור בעומד ורואהו:
8 Einst erhaschte ein Geier ein Stück Fleisch auf dem Markte und ließ es fallen zwischen die Steinpalmen des Bar Marjon, und als er darauf vor Abajje kam, sprach dieser zu ihm: Geh, behalte es für dich. – Die Mehrheit besteht ja aus Jisraéliten, somit ist hieraus zu entnehmen, daß die Halakha wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar sei, auch wenn die Mehrheit aus Jisraéliten besteht? – Anders verhält es sich bei einem Geier, der der Flut des Meeres gleicht. - Rabh sagte ja aber, Fleisch, das aus dem Auge gekommen ist, sei verboten!? – Er stand dabei und beobachtete ihn.
ט ר' חנינא מצא גדי שחוט בין טבריא לציפורי והתירוהו לו אמר רבי אמי התירוהו לו משום מציאה כר"ש בן אלעזר משום שחיטה כרבי חנניא בנו של רבי יוסי הגלילי דתניא הרי שאבדו לו גדייו ותרנגוליו והלך ומצאן שחוטין ר' יהודה אוסר ורבי חנניא בנו של רבי יוסי הגלילי מתיר
9 Einst fand R. Ḥanina zwischen Tiberias und Sepphoris ein geschlachtetes Böckchen, und man erlaubte es ihm. R. Ami sagte: Man erlaubte es ihm als Fund, nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar, und hinsichtlich der Schlachtung nach R. Ḥananja, dem Sohne R. Jose des Galiläers. Es wird nämlich gelehrt: Wenn einem Böckchen oder Hühner abhanden gekommen sind, und er sie später geschlachtet findet, so sind sie nach R. Jehuda verboten, und nach R. Ḥananja, dem Sohne R. Jose des Galiläers, erlaubt.
י אמר רבי נראין דברי רבי יהודה כשמצאן באשפה ודברי רבי חנניא בנו של רבי יוסי הגלילי כשמצאן בבית מדהתירוהו לו משום שחיטה רובא ישראל נינהו שמעת מינה הלכה כר"ש בן אלעזר אפי' ברוב ישראל אמר רבא רוב כנענים ורוב טבחי ישראל
10 Rabbi sagte: Die Worte R. Jehudas sind einleuchtend in dem Falle, wenn er sie auf einem Misthaufenfindet, und die Worte R. Ḥananjas, des Sohnes R. Jose des Galiläers, wenn er sie in einem Hause findet. Wenn man es ihm hinsichtlich des Schlachtens erlaubt hat, so bestand ja die Mehrheit aus Jisraéliten, somit ist hieraus zu entnehmen, daß die Halakha wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar sei, auch wenn die Mehrheit aus Jisraéliten besteht? Raba erwiderte: Die Mehrheit [der Einwohner] bestand aus Nichtjuden und die Mehrheit der Schlächter aus Jisraéliten.
יא רבי אמי אשכח פרגיות שחוטות בין טבריא לציפורי אתא לקמיה דר' אסי ואמרי לה לקמיה דר' יוחנן ואמרי לה בי מדרשא ואמרו ליה זיל שקול לנפשך רבי יצחק נפחא אשכח קיבורא דאזלי ביה אזלויי אתא לקמיה דר' יוחנן ואמרי לה בבי מדרשא ואמרו ליה זיל שקול לנפשך:
11 Einst fand R. Ami geschlachtete Tauben zwischen Tiberias und Sepphoris, und als er zu R. Asi kam, manche sagen, zu R. Joḥanan, und manche sagen, ins Lehrhaus, sprachen sie zu ihm: Geh, behalte sie für dich. Einst fand R. Jiçḥaq der Schmied Knäule, die zu Flechtwerken verwendet werden, und als er zu R. Joḥanan kam, manche sagen, ins Lehrhaus, sprachen sie zu ihm: Geh, behalte sie für dich.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> ואלו חייב להכריז מצא פירות בכלי או כלי כמות שהוא מעות בכיס או כיס כמות שהוא צבורי פירות צבורי מעות
12 <b>F</b><small>OLGENDES MUSS ER AUSRUFEN</small>. W<small>ENN JEMAND</small> F<small>RÜCHTE IN EINEM</small> G<small>EFÄSSE ODER EIN</small> G<small>EFÄSS ALLEIN</small>, G<small>ELD IN EINEM</small> B<small>EUTEL ODER EINEN</small> B<small>EUTEL ALLEIN</small>, H<small>ÄUFCHEN</small> F<small>RÜCHTE</small>, H<small>ÄUFCHEN</small> G<small>ELD</small>,